Jackery – SolarVault-Speicher und mobile Stromversorgung
Jackery deckt zwei Bereiche ab, die sich im Fachbetrieb gut ergänzen: fest installierte Speicher für Balkon- und Kleinanlagen aus der SolarVault-Reihe sowie tragbare Powerstations für Notstrom, Baustelle und netzferne Anwendungen. Bei uns bekommen Sie beides als Fachhandelsware zu Nettopreisen. Diese Seite beschreibt das Unternehmen, die Technik der Systeme und das, was wir führen. Die Artikelliste mit Preisen und Verfügbarkeit steht unterhalb dieses Textes.
Von der iPhone-Akkuhülle zur Powerstation
Jackery wurde 2012 in Kalifornien von einem ehemaligen Batterieingenieur von Apple gegründet. Er hatte dort an Lithiumzellen gearbeitet – an der Frage also, wie sich Energiedichte und Bauraum gegeneinander abwägen lassen. Das erste eigene Produkt war eine Akkuhülle für das iPhone, aus der sich auch der Firmenname ableitet: aus Jacket und Battery wurde Jackery.
Der Schritt in die tragbare Stromversorgung folgte aus derselben Überlegung: Die Geräte, für die er jahrelang Akkus gebaut hatte, brauchten unterwegs eine Quelle. 2016 brachte Jackery die erste tragbare Powerstation auf Lithiumbasis auf den Markt – die Explorer-Reihe, ausgezeichnet noch im selben Jahr mit dem Red Dot Award und dem iF Design Award. 2018 folgten die ersten faltbaren Solarmodule als Ladequelle für diese Geräte, womit das Konzept vom Akku zur autarken Kleinstromversorgung wurde.
Der Firmensitz und die Produktentwicklung liegen in Fremont, Kalifornien; Fertigung, Engineering und Lieferkette sitzen in Shenzhen. Mit der SolarVault-Reihe ist das Unternehmen inzwischen auch im fest installierten Heimspeicher angekommen – dem Segment, das für Solarteure und Elektrofachbetriebe relevant ist.
SolarVault 3: modularer Speicher für die Nachrüstung
Die SolarVault-3-Reihe ist als Ausbausystem angelegt. Grundlage ist das Basisgerät, darauf setzen die Ausbaustufen Pro, Pro Max und Pro Max AC auf; Kapazität kommt über das Erweiterungsmodul BP2500 hinzu. Für den Fachbetrieb ist das der praktische Teil: Es gibt nicht eine feste Speichergröße je Modell, sondern eine Basis, die mit dem Bedarf des Kunden mitwächst. Wir führen die Ausbaustufen einzeln und zusätzlich als vorkonfigurierte Sets, bei denen Basisgerät und Erweiterungen zusammen kommissioniert sind.
| Ausbaustufe | Rolle im System | Kopplung |
|---|---|---|
| SolarVault 3 Base | Basisgerät der Reihe | DC |
| SolarVault 3 Pro | Ausbaustufe mit erweitertem Funktionsumfang | DC |
| SolarVault 3 Pro Max | größte DC-gekoppelte Ausbaustufe | DC |
| SolarVault 3 Pro Max AC | Ausführung für die Nachrüstung | AC |
| SolarVault 3 BP2500 | Erweiterungsmodul für alle Stufen | – |
| Explorer 2000 v2 | tragbare Powerstation, keine Installation | – |
Der Zusatz AC bezeichnet die Kopplungsart und ist die entscheidende Angabe bei der Auswahl. Ein AC-gekoppelter Speicher sitzt hinter dem Wechselrichter und nimmt Wechselstrom auf. Er lässt sich damit an eine bestehende Anlage hängen, ohne dass der vorhandene Wechselrichter getauscht oder die DC-Verkabelung geöffnet wird – der Regelfall bei der Nachrüstung einer schon laufenden Mini-PV-Anlage. Die Varianten ohne AC-Zusatz sind für die Neuinstallation gedacht, bei der Speicher und Wandlung gemeinsam geplant werden.
Wie bei jedem verbrauchsgeführten System hängt der tatsächliche Nutzen an der Messung. Ohne Kenntnis des Hausverbrauchs am Netzübergabepunkt kann ein Speicher nur nach starrem Zeitplan laden und entladen; mit Messung lädt er den Überschuss und gibt ab, sobald das Haus mehr zieht als die Module liefern. Dafür führen wir zwei Geräte.
Die beiden Messgeräte – und wann welches passt
Der SmartMeter 3P wird dreiphasig in die Unterverteilung eingebaut und misst direkt am Übergabepunkt. Das ist die genaue und schnelle Variante, verlangt aber einen Eingriff in den Zählerschrank und damit eine Elektrofachkraft.
Der Smart Meter D0 Reader geht einen anderen Weg: Er liest die optische Schnittstelle des vorhandenen Stromzählers aus. Viele moderne Zähler geben über eine Infrarot-Diode Verbrauchsdaten aus, die sich mit einem aufgesetzten Lesekopf abgreifen lassen. Der Vorteil ist die Montage ohne Eingriff in die Installation – kein Öffnen des Zählerschranks, keine Plombe, kein Termin mit dem Netzbetreiber. Der Lesekopf ist damit die pragmatische Lösung im Bestand, insbesondere in Mietwohnungen und Eigentumswohnungen, wo Eingriffe in die Zählertechnik ohnehin nicht ohne Weiteres möglich sind.
Explorer 2000 v2: Powerstation für Notstrom und Baustelle
Die Explorer 2000 v2 ist eine tragbare Powerstation und deckt einen anderen Bedarf ab als der Hausspeicher. Sie versorgt Verbraucher direkt über eingebaute Steckdosen und braucht dafür keine Installation, keine Anmeldung und keinen Netzanschluss. Typische Einsätze sind der Stromausfall im Einfamilienhaus, die Baustelle ohne Baustromanschluss, der Marktstand, der Wohnwagen oder die Vereinsveranstaltung.
Für den Fachbetrieb ist das ein sinnvolles Ergänzungsgeschäft: Kunden, die gerade eine PV-Anlage bekommen haben, fragen häufig nach einer Absicherung für den Netzausfall. Ein echtes Ersatzstromkonzept mit Netztrennstelle am Hausanschluss ist planerisch und preislich eine andere Größenordnung – eine Powerstation deckt den Kühlschrank, die Heizungssteuerung, Beleuchtung und die Kommunikationstechnik ab, ohne dass in die Hausinstallation eingegriffen wird.
Kapazität, Dauerleistung, Spitzenleistung
Bei Powerstations und Speichern werden drei Werte angegeben, die nicht gegeneinander austauschbar sind – und die Verwirrung darüber ist die häufigste Ursache für eine unpassende Auswahl.
- Kapazität in Wattstunden (Wh) sagt, wie viel Energie gespeichert ist – also wie lange ein Verbraucher läuft. Ein 2.000-Wh-Gerät versorgt einen 200-W-Verbraucher rechnerisch zehn Stunden
- Dauerleistung in Watt (W) sagt, wie viel gleichzeitig angeschlossen werden darf. Ein 2.000-Wh-Gerät mit 1.500 W Dauerleistung betreibt keinen 2.200-W-Wasserkocher, egal wie voll es ist
- Spitzenleistung ist die kurzzeitig zulässige Überlast. Sie deckt den Anlaufstrom von Motoren ab – Kühlschrank, Kreissäge und Pumpe ziehen beim Start ein Vielfaches ihrer Nennleistung
Für die Auswahl heißt das: Erst die Liste der Verbraucher aufstellen und deren gleichzeitige Leistung addieren, dann die Laufzeit bestimmen. Ein Gerät, das die Leistung nicht liefert, hilft auch mit doppelter Kapazität nicht. Bei Motorverbrauchern ist zusätzlich der Anlaufstrom zu berücksichtigen – daran scheitert in der Praxis mancher Aufbau, der auf dem Papier passt.
Speicherdimensionierung an der PV-Anlage
Bei der SolarVault-Reihe am Balkonkraftwerk gilt eine andere Logik als bei der Powerstation. Maßgeblich ist nicht die Spitzenlast, sondern der tägliche Überschuss: also die Energie, die die Anlage erzeugt und der Haushalt zum Erzeugungszeitpunkt nicht braucht.
Eine 800-Wp-Anlage liefert an einem guten Sommertag rund 4 bis 5 kWh. Wenn davon 1,5 kWh direkt verbraucht werden, bleiben etwa 3 kWh für den Speicher – und genau in dieser Größenordnung sollte die nutzbare Kapazität liegen. Ein deutlich größerer Speicher wird nie voll und amortisiert sich entsprechend langsam, weil sich die Rechnung über die Zahl der tatsächlich gefahrenen Vollzyklen entscheidet, nicht über die Nennkapazität.
Das Modulsystem der SolarVault-3-Reihe nimmt dieser Entscheidung den endgültigen Charakter: Basisgerät wählen, ein Jahr Betriebserfahrung sammeln, bei Bedarf mit dem BP2500 erweitern. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn sich das Verbrauchsprofil des Kunden absehbar ändert – Wärmepumpe, Elektroauto oder ein Wechsel im Arbeitsalltag.
Notstrom im Haushalt: was eine Powerstation abdeckt
Bei der Frage nach Absicherung gegen Stromausfall stehen zwei Wege zur Wahl, und sie unterscheiden sich um eine Größenordnung im Aufwand.
Ein Ersatzstromkonzept versorgt die gesamte Hausinstallation weiter. Dafür braucht es einen ersatzstromfähigen Wechselrichter, einen Speicher und eine automatische Netztrennstelle am Hausanschluss, die verhindert, dass ins abgeschaltete Netz zurückgespeist wird. Das ist mit dem Netzbetreiber abzustimmen und planerisch wie preislich ein eigenes Projekt.
Eine Powerstation geht den anderen Weg: Sie versorgt einzelne Verbraucher direkt über eingebaute Steckdosen, ohne Eingriff in die Hausinstallation, ohne Anmeldung und ohne Abstimmung. Was sich damit abdecken lässt, ist überschaubar, aber genau das, worauf es im Ausfall ankommt – Kühl- und Gefriergerät, die Steuerung der Heizung, Beleuchtung, Router und die Ladung von Mobilgeräten. Eine Gasheizung mit Umwälzpumpe und Regelung zieht typischerweise unter 200 W; eine Explorer 2000 v2 trägt das über eine ganze Nacht.
Für die Beratung ist die Abgrenzung nützlich: Wer nach der PV-Installation nach einer Absicherung fragt, meint in den meisten Fällen genau diesen Umfang und nicht den Weiterbetrieb von Herd und Wärmepumpe. Eine Powerstation liefert das sofort und ohne Folgetermin. Wo tatsächlich das ganze Haus weiterlaufen soll, führt der Weg über ein Ersatzstromkonzept mit Hybridwechselrichter – das ist ein anderes Angebot, und die Unterscheidung sollte vor der Kalkulation stehen.
Autarker Betrieb mit Solarladung
Powerstations lassen sich über Solarmodule nachladen, und das macht sie vom Zwischenspeicher zur eigenständigen Versorgung. Für die Auslegung sind drei Werte maßgeblich: die zulässige Eingangsleistung des Solareingangs, der zulässige Spannungsbereich und der maximale Strom. Ein Modul mit zu hoher Leerlaufspannung lädt nicht, auch wenn Leistung und Stecker passen – die Spannung ist der begrenzende Wert, und sie steigt bei Kälte.
Praktisch relevant ist der Unterschied zwischen faltbaren Modulen und starren Standardmodulen. Faltbare Module sind für den mobilen Einsatz gedacht, lassen sich zur Sonne ausrichten und kommen ohne Montage aus; sie liefern je Quadratmeter weniger als ein starres Modul, dafür ist die Ausrichtung optimal statt fest. Ein starres Standardmodul mit 400 bis 500 Wp lädt schneller, verlangt aber eine Aufstellfläche und passende Steckverbinder.
Typische Anwendungen für die Kombination sind der Wohnwagen ohne Landstrom, die Baustelle in der Erschließungsphase, der Marktstand und die netzferne Hütte. In allen Fällen gilt: Die Ladeleistung bestimmt, wie schnell der Speicher am nächsten Morgen wieder bereit ist – bei täglicher Nutzung ist sie damit ebenso wichtig wie die Kapazität.
Sicherheit, Transport und Lagerung
Alle Lithiumspeicher unterliegen dem Gefahrgutrecht. Für den Fachbetrieb sind drei Punkte relevant. Beim Versand gelten Kennzeichnungs- und Verpackungsvorschriften; wir versenden entsprechend, und für die Weitergabe an Ihren Kunden gelten dieselben Regeln. Bei der Zwischenlagerung im eigenen Betrieb sind Brandschutzauflagen und die Bedingungen der Betriebsversicherung maßgeblich – die zulässige Lagermenge ist dort oft begrenzt. Und bei der Rücknahme defekter Geräte greift das Batterierecht mit eigenen Melde- und Entsorgungspflichten.
Für den Betrieb selbst sind Powerstations unkritisch: LiFePO4-Zellen sind thermisch stabil, und die Geräte bringen ihr Batteriemanagement mit Überlade-, Tiefentlade- und Temperaturschutz mit. Aufgestellt werden sie trocken, belüftet und nicht in der Sonne – die Temperatur ist der Faktor, der die Lebensdauer am stärksten bestimmt.
Monitoring und Bedienung
Die SolarVault-Systeme werden über die App des Herstellers eingerichtet und überwacht. Für den Fachbetrieb ist der praktische Punkt die Inbetriebnahme: Die Verbindung zwischen Speicher, Smart Meter und App wird einmal aufgebaut, danach läuft die Regelung selbstständig. Sinnvoll ist, die Einrichtung beim Termin vor Ort abzuschließen und dem Kunden die Grundfunktionen zu zeigen – Ladezustand, Erzeugung, Verbrauch –, statt ihn damit allein zu lassen. Die Auswertung der ersten Betriebswochen zeigt zudem, ob die gewählte Kapazität zum tatsächlichen Profil passt und ob eine Erweiterung sinnvoll ist.
Auswahl nach Ausgangslage
- Bestehende Anlage speicherfähig machen – SolarVault 3 Pro Max AC, kein Eingriff in die vorhandene DC-Seite
- Neue Anlage mit Speicher planen – SolarVault 3 Pro oder Pro Max, Kapazität über BP2500 stufenweise ergänzen
- Kapazität später erweitern – BP2500 als Erweiterungsmodul, Basisgerät bleibt bestehen
- Zählerschrank zugänglich, Elektrofachkraft vor Ort – SmartMeter 3P für die dreiphasige Messung
- Bestand, Mietwohnung, kein Eingriff möglich – Smart Meter D0 Reader am optischen Zählerausgang
- Notstrom ohne Installation – Explorer 2000 v2 als tragbare Powerstation
Kombination mit Modulen und Wechselrichtern
Wir stellen Jackery-Speicher in eigenen Zusammenstellungen mit bifazialen Jolywood-Modulen zu Balkonkraftwerk- und Mini-PV-Sets zusammen – 1.000 Wp mit zwei Modulen, 2.000 Wp mit vier Modulen, jeweils mit SolarVault 3 Pro oder Pro Max. Mikrowechselrichter von APsystems und Deye sowie Montagematerial und Steckverbinder finden Sie unter Montage und Zubehör. Alternative Speicherplattformen führen wir mit Anker SOLIX und Marstek.
Bestellung über den Fachhandel
Alle Preise verstehen sich netto zzgl. MwSt. und sind registrierten Gewerbekunden vorbehalten. Vorrätige Ware versenden wir taggleich – Paketsendungen bei Bestelleingang bis 15:00 Uhr, Speditionsware bis 10:00 Uhr – ab unserem Lager in Villingen-Schwenningen. Speicher und Powerstations gehen als Gefahrgut nach den Vorschriften für Lithiumbatterien; die Verfügbarkeit steht an jedem Artikel. Bei Fragen zur Auslegung oder zu Projektmengen erreichen Sie uns unter +49 7721 94648-0.










