Jolywood – n-Type-Module für Solarteure und Elektrofachbetriebe
Als offizieller Jolywood-Distributor haben wir direkten Zugriff auf das Modulsortiment des Herstellers – ohne Zwischenstufe und mit planbarer Verfügbarkeit für Ihre Projekte. Jolywood ist einer der Pioniere der n-Type-Zelltechnologie und baut bifaziale Glas-Glas-Module, die sich auf Flachdach, Freifläche und hellen Untergründen anders verhalten als klassische p-Type-Ware. Diese Seite beschreibt das Unternehmen, die Technik dahinter und das, was wir tatsächlich am Lager führen. Die Artikelliste mit Nettopreisen und Verfügbarkeit steht unterhalb dieses Textes.
Vom Rückseitenfolien-Hersteller zum Modulbauer
Jolywood (Suzhou) Sunwatt Co., Ltd. wurde im März 2008 in Changshu in der Provinz Jiangsu gegründet und ist seit September 2014 an der Börse Shenzhen notiert (300393.SZ). Der Ursprung des Unternehmens liegt nicht im Modulbau, sondern in der Rückseitenfolie – jener mehrschichtigen Kunststoffbahn, die ein Modul von hinten gegen Feuchtigkeit, UV-Strahlung und mechanische Belastung abdichtet. Jolywood zählt in diesem Segment zu den größten Herstellern der Welt mit einer Jahreskapazität von über 100 Millionen Quadratmetern.
Das ist mehr als eine Randnotiz: Die Rückseitenfolie ist das Bauteil, an dem sich die Langzeitstabilität eines Moduls entscheidet.Der Schritt in die Zell- und Modulfertigung erfolgte in den 2010er-Jahren, und Jolywood entschied sich dabei früh gegen den damaligen Mainstream. Wer jahrzehntelang die Rückseitenfolie liefert, sieht die Alterungsmechanismen eines Moduls aus der Perspektive des Zulieferers – und damit früher als der Modulbauer selbst.
2016 gründete das Unternehmen die hundertprozentige Tochter Jolywood (Taizhou) Solar Technology, die seit 2017 bifaziale n-Type-Zellen in industriellem Maßstab fertigt. 2021 ging dort eine TOPCon-Zellfabrik mit 1,5 GW in Betrieb. Jolywood gehörte damit zu den ersten Herstellern weltweit, die n-Type TOPCon in GW-Größenordnung in Serie gebracht haben – zu einem Zeitpunkt, als der Markt noch nahezu vollständig auf p-Type PERC lief. Im April 2023 zertifizierte das chinesische NIM einen Zellwirkungsgrad von 26,7 % für eine M10-n-Type-TOPCon-Zelle des Unternehmens.
Zur Einordnung gehört auch die Marktlage: Seit 2024 steht die gesamte chinesische PV-Industrie unter erheblichem Preisdruck bei gleichzeitigen Überkapazitäten in der TOPCon-Fertigung. Jolywood hat in diesem Umfeld ein angekündigtes Polysilizium-Großprojekt gestoppt und Abschreibungen vorgenommen. Für die Beschaffung heißt das vor allem eines: Preise und Verfügbarkeiten bewegen sich schneller als früher, und eine Projektkalkulation sollte sich auf eine konkrete Zusage stützen statt auf einen Listenpreis vom Vormonat.
n-Type gegen p-Type: was der Unterschied im Ertrag bedeutet
Der Unterschied liegt in der Dotierung des Siliziumwafers. p-Type-Wafer sind mit Bor dotiert, und Bor bildet zusammen mit Sauerstoff aus dem Kristall unter Lichteinfluss Komplexe, die Ladungsträger einfangen. Das Ergebnis ist die lichtinduzierte Degradation (LID): Ein p-Type-Modul verliert in den ersten Betriebsstunden Leistung, bevor es sich stabilisiert. n-Type-Wafer sind mit Phosphor dotiert und enthalten kein Bor – dieser Mechanismus entfällt weitgehend.
Daraus ergeben sich vier praktische Konsequenzen für die Auslegung:
- Geringere Anfangsdegradation – die Leistungsgarantie startet auf einem höheren Niveau, das erste Jahr kostet typischerweise unter 1 % statt 2 bis 3 %
- Geringere jährliche Alterung – über 25 bis 30 Jahre summiert sich das zu einem spürbaren Ertragsunterschied
- Besserer Temperaturkoeffizient – n-Type verliert je Grad über 25 °C weniger Leistung, was auf einem aufgeheizten Süddach im Juli direkt zählt
- Besseres Schwachlichtverhalten – relevant an bedeckten Tagen und in den Randstunden, also über weite Teile des deutschen Jahres
TOPCon steht für Tunnel Oxide Passivated Contact. Zwischen Siliziumwafer und rückseitigem Kontakt liegt eine extrem dünne Oxidschicht mit einer darüberliegenden dotierten Polysiliziumschicht. Diese Kombination lässt Ladungsträger durchtunneln, unterbindet aber die Rekombination an der Kontaktfläche – der Hauptverlustmechanismus konventioneller Zellen. Praktisch bedeutet das mehr Wirkungsgrad bei gleichem Wafer.
Bifazial und Glas-Glas
Bifaziale Module erzeugen auch über die Rückseite Strom. Der Bifazialitätsfaktor gibt an, wie viel Prozent der Frontleistung die Rückseite unter gleicher Einstrahlung liefert; Jolywood-Module erreichen hier Werte bis 80 %. Der tatsächliche Mehrertrag hängt allerdings nicht am Modul, sondern an der Montagesituation: Er entsteht aus dem Licht, das vom Untergrund zurückgeworfen wird.
Grobe Orientierung für die Auslegung: Auf dunklem Bitumen oder einer Ziegeleindeckung mit geringem Abstand zur Fläche bleibt der Zusatzertrag klein. Auf hellem Kies, weißer Dachbahn, Beton oder über einer Grünfläche mit ausreichend Aufständerungshöhe wird er relevant. Freiflächen- und Flachdachanlagen mit Süd- oder Ost-West-Aufständerung sind die Fälle, in denen sich Bifazialität rechnet – bei einer dachparallelen Aufdachmontage auf Ziegel eher nicht.
Die Glas-Glas-Bauweise ersetzt die Rückseitenfolie durch eine zweite Glasscheibe. Das Modul ist damit beidseitig mechanisch geschützt und symmetrisch aufgebaut, wodurch sich die Zellen bei Temperaturwechseln in einer neutralen Ebene befinden. Folgen: geringere Empfindlichkeit gegen Mikrorisse, kein Feuchteeintrag über die Rückseite, hohe Beständigkeit gegen potentialinduzierte Degradation (PID) und in aller Regel eine längere Produkt- und Leistungsgarantie. Der Preis dafür ist Gewicht – ein Punkt, der bei der Statikprüfung einer Bestandshalle geklärt sein sollte, bevor die Module bestellt werden.
Das Sortiment: drei Zellformate
Die Modulnamen von Jolywood sind systematisch aufgebaut. JW steht für den Hersteller, HD für die bifaziale Glas-Glas-Bauweise und HT für die Ausführung mit Rückseitenfolie, die Zahl danach für die Anzahl der Halbzellen, N für n-Type. Der Zusatz am Ende beschreibt die Optik: FB Full Black, BF Black Frame, SF Silver Frame.
| Serie | Zellen | Leistungsbereich | Einsatz |
|---|---|---|---|
| JW-HD96N | 96 Halbzellen | 450 – 460 Wp | Aufdach und Balkon, kompaktes Format |
| JW-HD108N | 108 Halbzellen | 380 – 505 Wp | Standardformat für Wohn- und Gewerbedächer |
| JW-HD120N | 120 Halbzellen | 380 – 500 Wp | flächeneffiziente Auf- und Freiflächenanlagen |
| JW-HD144N | 144 Halbzellen | 470 – 580 Wp | Großflächenprojekte |
| JW-HT108N | 108 Halbzellen | 415 Wp | Full-Black-Variante mit Rückseitenfolie |
Bei den Glas-Glas-Modulen gibt es zwei Glasstärken: 2 × 2 mm und 2 × 1,6 mm. Die dünnere Ausführung spart Gewicht und ist dort im Vorteil, wo die Dachlast das begrenzende Kriterium ist; die 2-mm-Variante ist die mechanisch robustere Wahl für exponierte Standorte mit hoher Schnee- oder Windlast. Optisch führen wir Full Black für gestalterisch anspruchsvolle Wohndächer, Black Frame als preislich günstigere Alternative mit schwarzer Zellfläche und schwarzem Rahmen sowie Transparent Black, bei dem die Rückseite lichtdurchlässig bleibt – die Variante für Carports, Terrassenüberdachungen und Vordächer, bei denen unter dem Modul noch Licht ankommen soll.
Wirkungsgrad, Fläche und Modulzahl
Der Modulwirkungsgrad wird häufig als Qualitätsmerkmal gelesen, ist aber in erster Linie eine Flächenangabe: Er sagt, wie viel Leistung auf einem Quadratmeter untergebracht ist. Für den Ertrag je installiertem Kilowattpeak ist er weitgehend ohne Belang – zwei Module mit 400 Wp liefern über das Jahr denselben Ertrag, unabhängig davon, ob eines davon größer ist als das andere.
Entscheidend wird der Wirkungsgrad genau dann, wenn die Fläche der begrenzende Faktor ist. Auf einem Wohndach mit 40 m² nutzbarer Fläche entscheidet er darüber, ob 8 oder 9 kWp untergebracht werden. Ist dagegen das Budget oder die Netzanschlussleistung die Grenze, zählt der Preis je Kilowattpeak – und dort liegt ein flächeneffizienteres Modul oft höher.
Für die Auslegung folgt daraus eine klare Reihenfolge: Zuerst die nutzbare Dachfläche unter Abzug von Randabständen, Dachfenstern, Kaminen und Verschattungszonen bestimmen. Dann die Modulzahl aus Fläche und Modulmaß ableiten – nicht aus der gewünschten Anlagenleistung. Erst danach die Leistungsklasse wählen, die auf diese Modulzahl die passende Anlagengröße ergibt. Wer umgekehrt vorgeht, landet regelmäßig bei einer Modulzahl, die sich nicht sauber auf Stränge aufteilen lässt.
Der zweite Punkt betrifft die Strangaufteilung. Die Zahl der Module je Strang ergibt sich aus der Leerlaufspannung bei der tiefsten am Standort zu erwartenden Temperatur und der maximalen Eingangsspannung des Wechselrichters. Weil die Leerlaufspannung bei Kälte steigt, ist der kalte, klare Wintermorgen der auslegungsrelevante Fall – nicht der Hochsommer. Bei n-Type-Modulen ist der Temperaturkoeffizient der Spannung günstiger als bei älteren p-Type-Generationen, was in der Regel ein Modul mehr je Strang erlaubt. Der Wert steht im Datenblatt und gehört in jede Auslegung.
Garantie, Prüfung und Zertifizierung
Bei Modulen sind zwei Garantien zu unterscheiden, die in Datenblättern regelmäßig gleichgesetzt werden. Die Produktgarantie deckt Material- und Verarbeitungsfehler des Moduls selbst – Delamination, Korrosion der Zellverbinder, Undichtigkeit der Anschlussdose. Die Leistungsgarantie sichert dagegen einen Mindestertrag über die Laufzeit zu: Sie legt fest, welchen Prozentsatz der Nennleistung das Modul nach einer bestimmten Zahl von Jahren mindestens noch liefern muss. Glas-Glas-Module tragen üblicherweise die längeren Zeiträume, weil die symmetrische Bauweise die Alterungspfade schließt, die bei folienbasierten Modulen offen bleiben.
Unabhängig davon lohnt der Blick auf externe Prüfungen. Jolywood-Module sind von PVEL geprüft worden, dem Labor, das den jährlichen Module Reliability Scorecard veröffentlicht. Dessen Prüfsequenzen – Thermal Cycling, Damp Heat, Dynamic Mechanical Load, PID – gehen über die Anforderungen der Baumusterprüfung nach IEC hinaus und sind das belastbarere Kriterium, weil sie Module über die Norm hinaus belasten statt nur die Mindestanforderung nachzuweisen. Für eine Ausschreibung ist eine PVEL-Prüfung deshalb ein Argument, das sich belegen lässt.
Was bei Glas-Glas in der Montage zu beachten ist
Glas-Glas-Module verhalten sich in der Montage anders als Module mit Rückseitenfolie, und die Unterschiede sind alle vorab planbar.
- Gewicht. Die zweite Glasscheibe schlägt spürbar zu Buche. Bei Bestandsdächern gehört die Traglastreserve vor die Modulbestellung – nicht danach
- Klemmbereiche. Der Hersteller gibt in der Montageanleitung die zulässigen Klemmzonen am Rahmen vor. Wird außerhalb geklemmt, verschiebt sich die Lastverteilung im Glas, und die Garantie greift nicht mehr
- Rahmenlose Varianten. Transparente und rahmenlose Ausführungen brauchen eigene Halter mit Zwischenlage; Standardmittelklemmen für gerahmte Module passen dort nicht
- Rückseitige Verschattung. Bei bifazialer Montage kosten Montageschienen, Kabelkanäle und Aufständerungsprofile Rückseitenertrag. Ein Aufbau, der die Rückseite weitgehend freiräumt, holt mehr heraus als ein höherer Bifazialitätsfaktor auf dem Datenblatt
- Erdung und Potentialausgleich. Gerahmte Module werden über den Rahmen in den Potentialausgleich einbezogen; die Anschlusspunkte sind vom Hersteller vorgegeben
Auswahl nach Projekttyp
- Wohnhaus, Aufdach, Sichtbereich – JW-HD108N oder JW-HD96N in Full Black, Glasstärke nach Dachlast
- Flachdach mit heller Abdichtung oder Kies – bifaziales Glas-Glas mit Aufständerung; hier zahlt sich der Bifazialitätsfaktor tatsächlich aus
- Gewerbedach, Fläche entscheidet – JW-HD120N oder JW-HD144N mit hoher Wattzahl je Modul, weniger Modulklemmen und kürzere Stringverkabelung
- Carport, Terrassendach, Vordach – Transparent Black, das Licht unter der Konstruktion bleibt erhalten
- Statisch begrenztes Bestandsdach – 2 × 1,6 mm Glasstärke, Traglast vorab prüfen
- Balkon- und Mini-PV-Anlage – 450 bis 500 Wp aus der HD96N- oder HD108N-Reihe, passend zu den gängigen Mikrowechselrichtern
Beschaffung, Palettenware und Nachlieferung
Module kommen als Speditionsware auf Palette. Die Palettenmenge ist je Format unterschiedlich, und für die Kalkulation macht es einen erheblichen Unterschied, ob eine Bestellung volle Paletten ergibt oder eine angebrochene erzeugt – Anbruchmengen sind logistisch teurer und werden abweichend berechnet. Wir kalkulieren Ihnen die Projektmenge deshalb auf Anfrage statt nach Listenpreis.
Zwei Punkte sind bei Modulprojekten in der Zeitplanung zu berücksichtigen. Erstens gilt für die Nachlieferung aus einer späteren Charge, dass Leistungsklasse und Optik geringfügig abweichen können; wer eine Fläche in zwei Tranchen belegt, sollte gleiche Leistungsklassen in einem Strang zusammenfassen und die Tranchen strangweise trennen statt zu mischen. Zweitens sind die Leistungsklassen einer Baureihe nicht dauerhaft parallel verfügbar – die Hersteller verschieben die Serie im Jahresverlauf nach oben. Für eine über mehrere Monate laufende Ausschreibung ist es sinnvoll, statt einer festen Wattzahl einen Leistungsbereich mit Mindestwert zu vereinbaren.
Zur Lagerung: Module bleiben bis zur Montage stehend auf der Palette und in der Originalverpackung. Flach gestapelte Module ohne Zwischenlage sind die häufigste Ursache für Mikrorisse, die erst Jahre später im Ertrag sichtbar werden. Bei Glas-Glas-Ware gilt das verstärkt, weil sich das Modul unter Punktlast anders verhält als eine folienbasierte Konstruktion.
Fertige Sets aus unserem Haus
Wir kombinieren Jolywood-Module in eigenen Zusammenstellungen mit Mikrowechselrichtern und Speichern – als Balkonkraftwerk- und Mini-PV-Sets von 1.000 bis 6.000 Wp, wahlweise mit Speichern von Anker SOLIX, Jackery, Marstek oder mit Wechselrichtern von APsystems und Deye. Das spart die Einzelbeschaffung und stellt sicher, dass Modulstrom, Wechselrichtereingang und Steckverbinder zusammenpassen. Passendes Montagematerial, MC4-kompatible Steckverbinder und Anschlusskabel finden Sie unter Zubehör und Montage.
Bestellung über den Fachhandel
Alle Preise verstehen sich netto zzgl. MwSt. und sind registrierten Gewerbekunden vorbehalten. Vorrätige Ware versenden wir taggleich – Paketsendungen bei Bestelleingang bis 15:00 Uhr, Speditionsware bis 10:00 Uhr – ab unserem Lager in Villingen-Schwenningen. Module gehen als Speditionsware auf Palette; Palettenmengen und Teilmengen kalkulieren wir Ihnen auf Anfrage. Bei Fragen zur Auslegung oder zu Projektmengen erreichen Sie uns unter +49 7721 94648-0.








