Deye – Hybridwechselrichter und Speichersysteme für den Fachbetrieb
Deye deckt bei uns die komplette Wandlungs- und Speicherebene einer PV-Anlage ab: dreiphasige Hybridwechselrichter von 3 bis 50 kW in Nieder- und Hochvolt-Ausführung, Mikrowechselrichter für Balkon- und Kleinanlagen sowie Batteriespeicher als Wand-, Stapel- und Rackvariante. Für den planenden Betrieb ist das ein durchgängiges System aus einer Hand – Wechselrichter, Speicher und Kommunikation stammen vom selben Hersteller und sind aufeinander abgestimmt. Die Artikelliste mit Nettopreisen und Verfügbarkeit steht unterhalb dieses Textes.
Vom Wärmetauscher zum Wechselrichter
Die Deye-Gruppe geht auf ein 1990 von Zhang Hejun gegründetes Unternehmen in Ningbo zurück und ist bis heute in vier Geschäftsfeldern tätig: Solarwechselrichter, Frequenzumrichter- und Steuerungstechnik, Haushalts- und Klimageräte sowie Wärmetauscher. Diese Herkunft erklärt einiges an der Produktphilosophie – Entfeuchter und Klimageräte sind Massenprodukte, bei denen Fertigungstiefe, Thermik und Stückkosten über den Erfolg entscheiden, und genau diese Disziplinen bestimmen auch den Bau eines Wechselrichters.
Der Wechselrichterzweig, die Ningbo Deye Inverter Technology Co., Ltd., wurde im Jahr 2000 gegründet und 2007 mit einem eingetragenen Kapital von 300 Millionen RMB als eigenständige Gesellschaft aufgestellt. Im April 2021 ging die Gruppe an die Börse Shanghai (605117.SH).
Der für den europäischen Markt entscheidende Schritt fiel 2017 mit der ersten eigenen Hybridwechselrichter-Generation. Damals war der Hybridansatz – ein Gerät, das PV-Erzeugung, Batterieladung, Netzbezug und Ersatzstrom in einer Einheit regelt – noch nicht Standard, sondern wurde meist aus separatem Wechselrichter und Batteriewechselrichter zusammengesetzt. Deye setzte früh auf die integrierte Bauform und war nach eigenen Angaben bereits 2019 unter den drei meistverkauften Hybridmarken in Südafrika und Pakistan. Das ist kein Zufall: In Netzen mit häufigen Abschaltungen entscheidet die Ersatzstromfähigkeit über den Kauf, und genau dort hat Deye seine Geräte über Jahre unter harten Bedingungen weiterentwickelt. Heute werden die Produkte in über 140 Ländern verkauft; das Portfolio reicht von 1 bis 136 kW bei Stringwechselrichtern, von 3 bis 80 kW bei Speicherwechselrichtern und von 300 W bis 2,2 kW bei Mikrowechselrichtern.
Hybridwechselrichter: Niedervolt oder Hochvolt
Die wichtigste Weichenstellung bei der Auslegung ist die Batteriespannung. Deye führt beide Konzepte, und sie sind nicht untereinander austauschbar.
Niedervolt (LV, rund 48 bis 51,2 V) arbeitet mit Batterien, die als einzelne 5-kWh-Module aufgebaut und parallel erweitert werden. Der Vorteil liegt in der Feinstufigkeit: Ein Speicher lässt sich in kleinen Schritten wachsen lassen, einzelne Module sind handhabbar und der Servicefall betrifft nur ein Modul. Der Nachteil sind die Ströme – bei gleicher Leistung fließt bei 48 V rund das Zehnfache dessen, was bei 480 V fließen würde, was dicke Leitungsquerschnitte und sorgfältig ausgeführte Klemmstellen verlangt.
Hochvolt (HV) stapelt Module zu einem Strang mit mehreren hundert Volt. Die Ströme sinken entsprechend, die Leitungen werden dünner, und der Wirkungsgrad des Wandlungspfads steigt. Dafür ist die kleinste sinnvolle Ausbaustufe größer, und der Strang muss in sich stimmig aufgebaut sein.
| Serie | Leistung | Ausführung | Batterie |
|---|---|---|---|
| SUN-SG05LP3-EU-SM2 | 3 – 12 kW | dreiphasig | Niedervolt |
| SUN-SG05LP3-EU-SM2 | 14 – 20 kW | dreiphasig | Niedervolt |
| SUN-SG04LP3-EU/AU | dreiphasig | Hybrid | Niedervolt |
| SUN-SG01HP3-EU-DM2 | 5 – 12 kW | dreiphasig, 2 bzw. 1+1 MPPT | Hochvolt |
| SUN-SG01HP3-EU | 10 – 50 kW | dreiphasig, 2 MPPT | Hochvolt |
| SUN-SG02HP3-EU-AM3 | dreiphasig | Hochspannungsserie | Hochvolt |
Die Angabe MPPT ist bei der Planung mindestens so wichtig wie die Nennleistung. Jeder MPP-Tracker regelt einen Strang unabhängig auf seinen Punkt maximaler Leistung. Zwei Tracker bedeuten, dass zwei Dachflächen mit unterschiedlicher Ausrichtung oder Verschattung getrennt geführt werden können, ohne dass die schwächere die stärkere herunterzieht. Bei Ost-West-Anlagen und bei gegliederten Dachlandschaften ist das der Punkt, an dem sich der Ertrag entscheidet.
Mikrowechselrichter für Balkon und Kleinanlage
Die SUN-MG4-Reihe – im Sortiment als SUN-M200G4-EU-Q0 – wandelt direkt am Modul in Wechselstrom. Damit entfällt die DC-Strecke im Gebäude vollständig, jedes Modul arbeitet auf seinem eigenen MPP, und Verschattung eines einzelnen Moduls betrifft nur dieses. Für Balkon- und Mini-PV-Anlagen sowie für kleinteilige Dachflächen mit Gauben, Kaminen und wechselnder Ausrichtung ist das der einfachere Weg. Ergänzend führen wir den SUN-XL02-B Leistungsoptimierer für Anlagen, die auf Strangtechnik aufgebaut sind und punktuell Verschattung ausgleichen sollen.
Speicher: vier Baureihen für unterschiedliche Aufbauten
Deye führt die Batterien teils unter der Bezeichnung Deye ESS. Alle Speicher arbeiten mit LiFePO4-Zellchemie – Lithium-Eisenphosphat ist thermisch stabiler als Nickel-Mangan-Cobalt-Zellen, verträgt mehr Vollzyklen und enthält kein Cobalt. Für einen Hausspeicher, der zehn Jahre und länger im Keller oder an der Hauswand hängt, ist das die maßgebliche Eigenschaft.
| Baureihe | Bauform | Spannung | Kapazität |
|---|---|---|---|
| RW-M6.1 / RW-M6.1-B | Wandmontage | Niedervolt | je Modul, parallel erweiterbar |
| RW-F16 | Standgerät | Niedervolt | 16 kWh |
| SE-G5.1 pro / SE-G5.1 pro B | Wandmontage | Niedervolt | je Modul |
| SE-F5 Pro | Standgerät | Niedervolt | 5,12 kWh |
| SE-F16 | Standgerät | Niedervolt | 16 kWh |
| GB-L / GB-L Pro | Stapelmodule | Niedervolt | ab 4 kWh je Modul |
| BOS-G / BOS-GM5.1 | Rackmodule 3U | Hochvolt | 5,1 kWh je Modul |
Die Auswahl folgt weniger der Kapazität als dem Aufstellort. Wandmodule (RW-M6.1, SE-G5.1) brauchen eine tragfähige Wand und sind die schlankste Lösung im Hausanschlussraum. Stapelsysteme (GB-L, GB-L Pro) wachsen nach oben und kommen mit wenig Grundfläche aus – praktisch in engen Technikräumen. Rackaufbauten (BOS-G im 3U-Rack) sind die Wahl, wenn ohnehin ein Schrank steht und mehrere Module übersichtlich verkabelt werden sollen. Passendes Zubehör – Verbindungskabel, Halterungen, Power Plugs und das 3U-Rack – führen wir als Einzelartikel, sodass sich ein Aufbau vollständig aus einer Bestellung heraus zusammenstellen lässt.
Für die Anbindung an das Monitoring dient der Stick-Logger, der die Anlagendaten an das Portal des Herstellers überträgt. Die DRM-Erweiterung deckt Fälle ab, in denen der Netzbetreiber eine Fernsteuerbarkeit der Einspeisung verlangt.
Wirkungsgrad und Rundlaufverluste
Bei Hybridgeräten werden mehrere Wirkungsgrade angegeben, und sie beschreiben unterschiedliche Pfade. Der europäische Wirkungsgrad gewichtet die Wandlung von Gleich- auf Wechselspannung über ein typisches Lastprofil und ist damit aussagekräftiger als der Spitzenwirkungsgrad, der nur unter idealer Teillast erreicht wird. Für den Speicherbetrieb kommt der Rundlaufwirkungsgrad hinzu: der Anteil der eingespeicherten Energie, der beim Entladen wieder herauskommt.
Der Rundlauf umfasst zwei Wandlungen plus die Verluste in der Batterie selbst. Bei einem DC-gekoppelten Aufbau wird der PV-Strom direkt auf Batteriespannung gewandelt und später einmal auf Wechselspannung – zwei Schritte. Bei einem AC-gekoppelten Aufbau kommt eine zusätzliche Wandlung hinzu, weil der Strom erst zu Wechselspannung wird, dann wieder zu Gleichspannung für die Batterie und schließlich erneut zu Wechselspannung. Das ist der technische Grund, weshalb ein Hybridgerät mit DC-gekoppeltem Speicher im Neubau die effizientere Lösung ist und die AC-Kopplung ihre Berechtigung vor allem in der Nachrüstung hat.
Zur Größenordnung: Jede Wandlungsstufe kostet einige Prozent. Über ein Jahr mit mehreren hundert Vollzyklen summiert sich das zu einer Menge, die in der Wirtschaftlichkeitsrechnung sichtbar wird. Ein weiterer Posten ist der Eigenverbrauch des Wechselrichters in der Nacht: Das Gerät bleibt betriebsbereit und zieht dafür Leistung. Bei der Auswahl zwischen zwei Geräten ähnlicher Leistungsklasse lohnt der Blick auf diesen Wert, weil er rund um die Uhr anfällt.
Ersatzstrom und Notstrom – zwei verschiedene Dinge
Die Hybridgeräte von Deye können bei Netzausfall weiterversorgen, und an diesem Punkt lohnt eine saubere Unterscheidung, weil die beiden gängigen Begriffe unterschiedliche Installationsaufwände bedeuten.
Notstrom im engeren Sinn ist eine separate Steckdose oder ein eigener Verteilerkreis am Wechselrichter. Fällt das Netz aus, liegt dort Spannung an; der Rest des Hauses bleibt dunkel. Installationsseitig ist das der einfache Fall, weil keine Trennstelle am Hausanschluss nötig ist.
Ersatzstrom versorgt dagegen die gesamte Hausinstallation weiter. Dafür muss die Anlage vom öffentlichen Netz getrennt werden, bevor sie ein eigenes Inselnetz aufbaut – sonst würde ins abgeschaltete Netz zurückgespeist, was für Personen an der Leitung gefährlich ist und deshalb technisch ausgeschlossen sein muss. Nötig ist eine automatische Umschalteinrichtung am Übergabepunkt, die mit dem Netzbetreiber abzustimmen ist. Der Aufwand ist deutlich höher, das Ergebnis aber ein Haus, das bei Netzausfall normal weiterläuft.
Für die Kalkulation heißt das: Die Ersatzstromfähigkeit des Wechselrichters ist die Voraussetzung, nicht die Lösung. Umschalteinrichtung, Aufteilung der Stromkreise und die Abstimmung mit dem Netzbetreiber gehören in das Angebot, sonst entsteht beim Kunden eine Erwartung, die das gelieferte Gerät allein nicht erfüllt.
Netzanschluss, Anmeldung und Fernsteuerbarkeit
Anlagen ab einer bestimmten Größe müssen für den Netzbetreiber fernsteuerbar sein – er muss die Einspeiseleistung im Bedarfsfall reduzieren können. Deye deckt das über die DRM-Erweiterung ab, die als Zubehör nachgerüstet wird. Welche Schnittstelle konkret verlangt wird, legt der jeweilige Netzbetreiber in seinen technischen Anschlussbedingungen fest; die Anforderungen unterscheiden sich regional erheblich. Der praktische Rat: Die Anschlussbedingungen vor der Gerätebestellung prüfen, nicht vor der Inbetriebnahme.
Zur Anmeldung selbst gehören die Eintragung im Marktstammdatenregister und das Inbetriebsetzungsprotokoll des Netzbetreibers. Bei dreiphasigen Hybridgeräten mit Speicher ist außerdem zu klären, ob der Speicher netzdienlich laden darf oder ausschließlich aus der PV-Erzeugung – das beeinflusst die Vergütungsseite und ist keine Einstellung, die sich nachträglich beliebig ändern lässt.
Speicher richtig dimensionieren
Die häufigste Frage im Projekt ist die nach der Speichergröße, und sie hat eine belastbare Näherung. Ausgangspunkt ist nicht die Anlagenleistung, sondern der Nachtverbrauch des Haushalts – also der Anteil, der außerhalb der Erzeugungszeit anfällt. Ein Vier-Personen-Haushalt mit 4.500 kWh Jahresverbrauch zieht davon grob die Hälfte außerhalb der Sonnenstunden, was rund 6 bis 7 kWh je Tag entspricht. Ein Speicher in dieser Größenordnung wird im Sommerhalbjahr täglich voll durchgefahren; ein deutlich größerer steht die meiste Zeit teilgeladen herum und verlängert die Amortisation, ohne mehr Autarkie zu liefern.
Zwei Faktoren verschieben die Rechnung nach oben: eine Wärmepumpe, die im Winter Grundlast erzeugt, und ein Elektrofahrzeug, das abends geladen wird. In beiden Fällen steigt der Nachtverbrauch erheblich, und die größeren Baureihen – SE-F16, RW-F16 oder ein Hochvoltaufbau aus BOS-G-Modulen – werden zur passenden Wahl. Wichtig bleibt die Grundregel: Ein Speicher rechnet sich über die Zahl der Vollzyklen, die er tatsächlich fährt, nicht über seine Nennkapazität.
Monitoring und Fernwartung
Der Stick-Logger überträgt Erzeugungs-, Verbrauchs- und Speicherdaten an das Portal des Herstellers. Für den Fachbetrieb ist das mehr als eine Komfortfunktion: Es erlaubt, eine Anlage aus der Ferne zu prüfen, bevor jemand hinausfährt. Fehlermeldungen, Ladezustandsverläufe und die Leistung je MPP-Tracker lassen sich damit auswerten, sodass sich vorab eingrenzen lässt, ob ein Strang, der Speicher oder die Netzseite betroffen ist. Bei Anlagen mit Wartungsvertrag ist die Anbindung deshalb von Anfang an einzuplanen, nicht als spätere Ergänzung.
Auslegung: welches Gerät für welches Objekt
- Einfamilienhaus mit Speicherwunsch, 3 – 12 kW – SUN-SG05LP3-EU-SM2 in der Niedervoltvariante, Speicher modular aus GB-L oder SE-Reihe
- Größeres Wohnhaus oder kleines Gewerbe, 14 – 20 kW – SUN-SG05LP3-EU-SM2 in der oberen Leistungsklasse
- Gewerbe ab 20 kW, lange DC-Wege – Hochspannungsserie SUN-SG01HP3-EU mit BOS-G-Rackspeicher; geringere Ströme, dünnere Leitungen
- Zwei Dachflächen mit unterschiedlicher Ausrichtung – Gerät mit zwei MPP-Trackern wählen
- Balkon- und Mini-PV-Anlage – Mikrowechselrichter SUN-M200G4, keine DC-Strecke im Gebäude
- Bestandsanlage nachrüsten – Speicher und Hybridgerät prüfen; ein AC-gekoppelter Aufbau kommt ohne Eingriff in die vorhandene DC-Seite aus
- Verschattung durch Kamin oder Nachbargebäude – Leistungsoptimierer SUN-XL02-B im Strang oder modulweise Wandlung
Passendes aus unserem Programm
Wir stellen Deye-Wechselrichter in fertigen Balkonkraftwerk- und Mini-PV-Sets zusammen, unter anderem mit bifazialen Jolywood-Modulen. Die AC- und DC-Seite ergänzen Sie über unser eigenes Zubehörprogramm: MC4-kompatible Steckverbinder, Betteri- und Wieland-Anschlüsse, Solarkabel und Y-Verbinder finden Sie unter Zubehör, Modulhalterungen für Ziegel-, Blech- und Falzdächer unter Montage.
Bestellung über den Fachhandel
Alle Preise verstehen sich netto zzgl. MwSt. und sind registrierten Gewerbekunden vorbehalten. Vorrätige Ware versenden wir taggleich – Paketsendungen bei Bestelleingang bis 15:00 Uhr, Speditionsware bis 10:00 Uhr – ab unserem Lager in Villingen-Schwenningen. Speicher und größere Wechselrichter gehen als Gefahrgut beziehungsweise Speditionsware; die Verfügbarkeit steht an jedem Artikel. Bei Fragen zur Auslegung oder zu Projektmengen erreichen Sie uns unter +49 7721 94648-0.























