Felicity Solar – Batteriespeicher für Nieder- und Hochvoltsysteme
Felicity Solar baut LiFePO4-Batteriespeicher in einer Bandbreite, die vom 5-kWh-Wandmodul bis zum Hochvoltsystem mit über 60 kWh reicht. Bei uns bekommen Sie das Programm als Fachhandelsware zu Nettopreisen – für Einfamilienhausanlagen ebenso wie für Gewerbeobjekte, in denen Speicherkapazität in größeren Schritten gebraucht wird. Diese Seite beschreibt den Hersteller, die Technik und das Sortiment. Die Artikelliste mit Preisen und Verfügbarkeit steht unterhalb dieses Textes.
Ein Vollsortimenter aus Guangzhou
Die Guangzhou Felicity Solar Technology Co., Ltd. wurde 2007 gegründet und hat ihren Sitz in Guangzhou. Das Unternehmen deckt Entwicklung, Fertigung und Vertrieb im eigenen Haus ab und beschäftigt über 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer Fläche von mehr als 85.000 Quadratmetern. Der Entwicklungsbereich umfasst rund 3.000 Quadratmeter und über 400 Fachkräfte; das Unternehmen gibt an, jährlich über 10 % des Umsatzes in Technologieentwicklung zu investieren, und hält mehr als 170 Kernpatente.
Das Programm folgt dem Ansatz „PV plus Speicher“ über die gesamte Kette: LiFePO4-Batterien, Wechselrichter, MPPT-Laderegler, Solarmodule und Solarleuchten. Mit über 50 internationalen Niederlassungen beliefert Felicity Kunden in mehr als 150 Ländern. Der Schwerpunkt lag lange auf Märkten mit instabiler Netzversorgung – Afrika, Südostasien, Naher Osten –, in denen Speicher nicht der Optimierung des Eigenverbrauchs dienen, sondern der Grundversorgung. Diese Herkunft prägt die Produkte: robuste Auslegung, große Kapazitätsstufen und eine Systemarchitektur, die auf Inselbetrieb und Ersatzstrom hin gedacht ist.
LiFePO4: warum diese Zellchemie im Hausspeicher steht
Sämtliche Speicher von Felicity arbeiten mit Lithium-Eisenphosphat. Gegenüber den in Elektrofahrzeugen verbreiteten Nickel-Mangan-Cobalt-Zellen bringt diese Chemie drei Eigenschaften mit, die für einen stationären Speicher ausschlaggebend sind.
- Thermische Stabilität. Die Zersetzungstemperatur liegt deutlich höher, das Material ist gegenüber Überladung und mechanischer Beschädigung gutmütiger – der Grund, weshalb LiFePO4 im Gebäude die Standardwahl ist
- Zyklenfestigkeit. Mehrere tausend Vollzyklen bei hoher Restkapazität. Ein Hausspeicher wird täglich einmal geladen und entladen; über 20 Jahre sind das rund 7.000 Zyklen
- Kein Cobalt. Weder in der Beschaffung noch in der Entsorgung ein Thema
Der Nachteil ist die geringere Energiedichte je Kilogramm. Bei einem Gerät, das an der Wand hängt oder im Technikraum steht, spielt das gegenüber Sicherheit und Lebensdauer eine untergeordnete Rolle.
Niedervolt oder Hochvolt – die Grundsatzentscheidung
Felicity führt beide Systemwelten, und die Wahl fällt nicht am Speicher, sondern am Wechselrichter: Ein Niedervoltgerät arbeitet nicht mit einem Hochvoltspeicher und umgekehrt.
Niedervolt bedeutet bei Felicity 48 beziehungsweise 51,2 V – ein Batteriestrang aus 16 in Reihe geschalteten Zellen. Die Systeme werden parallel erweitert: Mehrere Module hängen nebeneinander am selben Bus. Vorteile sind die feine Abstufung, die Handhabbarkeit einzelner Module und die einfache Nachrüstung. Zu beachten sind die hohen Ströme – bei 51,2 V und 5 kW fließen rund 100 A, entsprechend dimensioniert müssen Leitungsquerschnitt, Sicherung und Klemmstellen ausgeführt sein.
Hochvolt stapelt Module zu Strängen mit mehreren hundert Volt. Die Ströme sinken bei gleicher Leistung, die Verkabelung wird schlanker und der Wandlungswirkungsgrad steigt. Dafür ist die kleinste sinnvolle Ausbaustufe größer, und der Strang muss in sich stimmig aufgebaut sein.
Das Sortiment
| Modell | Kapazität | Spannung | Bauform |
|---|---|---|---|
| FLA48100UG1 | 5,12 kWh | 51,2 V Niedervolt | Einzelmodul |
| LUX-E-48100LG04 | 5,12 kWh | 48 / 51,2 V | erweiterbar |
| LUX-X-48100 | je Modul | 48 / 51,2 V | Stapelspeicher |
| LUX-X-48100LMG01 | 5,12 kWh | 48 / 51,2 V | Erweiterungsmodul |
| FLB 48230WG1-H | 11,7 kWh | Niedervolt | Standgerät |
| FLA48230-P (LUX-E-48230LG03) | rund 11,8 kWh | Niedervolt | Standgerät |
| FLA48300-EU | 15 kWh (51,2 V / 300 Ah) | Niedervolt | Standgerät |
| FLB48314TG1-H-EU | 16 kWh | Niedervolt | Standgerät |
| FLA48460TG2-EU | 23,5 kWh | Niedervolt | Standgerät |
| LUX-X-96050HG01 | Hochvolt | 96er-Reihe | Stapelmodul |
| FLH48100UG2 | 25,6 – 61,44 kWh | Hochvolt | Stapelsystem |
Die Typenschlüssel folgen einer Systematik, die sich beim Bestellen lesen lässt: Die erste Zahlengruppe nennt die Systemspannung (48 für Niedervolt, 96 für die Hochvoltreihe), die zweite die Kapazität in Amperestunden (100, 230, 300, 314, 460). Aus 51,2 V mal 300 Ah ergeben sich die 15 kWh des FLA48300-EU. Das Präfix beschreibt die Bauform: FLA und FLB stehen für die Standgeräte, LUX-E für die erweiterbaren Wandsysteme, LUX-X für die Stapelmodule, FLH für die Hochvoltreihe.
Für die Auslegung heißt das: Stapelsysteme (LUX-X, FLH) brauchen wenig Grundfläche und wachsen nach oben – die richtige Wahl in engen Technikräumen und dort, wo die endgültige Größe noch offen ist. Standgeräte (FLA, FLB) mit 11,7 bis 23,5 kWh sind eine geschlossene Einheit und der direktere Weg, wenn die Kapazität von Anfang an feststeht. Die Hochvoltreihe FLH48100UG2 deckt mit 25,6 bis 61,44 kWh den Bereich ab, in dem Gewerbeobjekte, Mehrfamilienhäuser und Ladeinfrastruktur zusammenkommen.
Kommunikation: der Punkt, an dem Projekte scheitern
Ein Batteriespeicher ist kein passiver Energiespeicher, sondern ein aktives Gerät mit eigenem Batteriemanagementsystem. Dieses BMS überwacht Zellspannungen, Temperaturen und Ströme und teilt dem Wechselrichter mit, welchen Lade- und Entladestrom er gerade fahren darf. Ohne diese Kommunikation weiß der Wechselrichter nicht, wie voll die Batterie ist, und muss auf ein spannungsgesteuertes Notprogramm zurückfallen – mit deutlich schlechterer Ausnutzung.
Die Verbindung läuft je nach Hersteller über CAN oder RS485, und beide sind lediglich die physikalische Ebene. Darüber liegt das Protokoll, und das ist herstellerspezifisch. Ein Speicher und ein Wechselrichter, die beide CAN sprechen, verstehen sich deshalb nicht automatisch. Maßgeblich ist die Freigabeliste: Jeder Wechselrichterhersteller pflegt eine Übersicht der Batterien, für die eine Protokolldefinition hinterlegt ist, und Felicity ist dort für die gängigen Kombinationen aufgeführt.
Vor der Bestellung zu klären: Steht die konkrete Felicity-Baureihe in der Freigabeliste des vorgesehenen Wechselrichters, und in welcher Firmwarestand? Wir gleichen das auf Anfrage für Ihre Kombination ab – das ist deutlich schneller geklärt als nachträglich auf der Baustelle. Zum Anschluss gehört außerdem das passende Kommunikationskabel mit der richtigen Pinbelegung; ein Standard-Netzwerkkabel passt mechanisch, überträgt aber nicht zwangsläufig auf den erwarteten Adern.
Parallelschaltung und Erweiterung
Die Niedervoltsysteme von Felicity werden parallel erweitert: Mehrere Module hängen am selben Gleichspannungsbus. Drei Regeln sind dabei einzuhalten, damit sich die Kapazität tatsächlich addiert.
- Gleicher Ladezustand vor der Zusammenschaltung. Werden Module mit stark unterschiedlichem Ladezustand parallel geschaltet, fließen hohe Ausgleichsströme. Die Module werden deshalb vor der Verbindung einzeln auf ein ähnliches Niveau gebracht
- Symmetrische Verkabelung. Alle Module brauchen denselben Leitungsquerschnitt und dieselbe Leitungslänge zum Sammelpunkt. Ist ein Weg länger, trägt dieses Modul dauerhaft weniger bei und altert ungleichmäßig
- Adressierung im BMS. Parallel geschaltete Module bekommen über DIP-Schalter oder Software eine eigene Adresse; ein Modul ist Master und kommuniziert mit dem Wechselrichter
Bei einer späteren Erweiterung kommt hinzu, dass neue und gealterte Module unterschiedliche Innenwiderstände haben. Die Praxis ist deshalb, die Endgröße möglichst früh festzulegen und in einem Zug aufzubauen; wo das nicht geht, sollte die Erweiterung innerhalb der ersten ein bis zwei Betriebsjahre erfolgen. Bei den Hochvolt-Stapelsystemen ist das noch strikter: Ein Strang wird als Einheit aufgebaut, nachträgliches Einfügen einzelner Module in einen bestehenden Strang ist kein vorgesehener Weg.
Inselbetrieb, Ersatzstrom und Netzausfall
Felicity kommt aus Märkten, in denen Netzausfälle Alltag sind, und das prägt die Auslegung der Speicher: hohe Entladeströme, große Kapazitätsstufen und eine Systemarchitektur, die den Betrieb ohne Netz als Normalfall behandelt statt als Sonderfunktion. Für den deutschen Markt ist das dort interessant, wo Versorgungssicherheit ein eigenständiges Ziel ist – landwirtschaftliche Betriebe mit Kühlung, Serverräume, medizinische Praxen, Werkstätten mit laufenden Prozessen.
Zu unterscheiden sind auch hier drei Betriebsarten. Der netzparallele Betrieb ist der Regelfall: Der Speicher optimiert den Eigenverbrauch, das Netz bleibt jederzeit verbunden. Beim Ersatzstrombetrieb trennt eine Umschalteinrichtung die Anlage bei Netzausfall vom öffentlichen Netz und baut ein eigenes Inselnetz auf – das setzt die Abstimmung mit dem Netzbetreiber voraus, weil eine Rückspeisung ins abgeschaltete Netz technisch ausgeschlossen sein muss. Der reine Inselbetrieb schließlich kommt ohne Netzanschluss aus und verlangt eine Auslegung, die den Verbrauch auch über mehrere schlechte Tage trägt.
Die Dimensionierung unterscheidet sich zwischen diesen Fällen erheblich. Für die Eigenverbrauchsoptimierung genügt die Kapazität des Nachtverbrauchs. Für Ersatzstrom kommt die gewünschte Überbrückungsdauer hinzu, für den Inselbetrieb zusätzlich eine Reserve für Schlechtwetterperioden – im Winter sind das schnell mehrere Tage ohne nennenswerten Ertrag. Die größeren Baureihen und das Hochvoltsystem decken diesen Bereich ab, in dem eine Einfamilienhauslösung nicht mehr reicht.
Aufstellort, Temperatur und Belüftung
Für stationäre Speicher entscheidet der Aufstellort über die tatsächlich erreichte Lebensdauer. Lithium-Eisenphosphat arbeitet am besten zwischen etwa 15 und 25 °C. Höhere Temperaturen beschleunigen die kalendarische Alterung; unter 0 °C ist das Laden eingeschränkt oder gesperrt, weil sich bei Kälte metallisches Lithium abscheiden kann. Ein unbeheizter, aber frostfreier Technikraum ist damit der ideale Ort – nicht die Außenwand und nicht der Dachboden.
Bei den größeren Standgeräten mit 16 bis 23,5 kWh kommt das Gewicht hinzu: Diese Einheiten wiegen mehrere hundert Kilogramm und brauchen einen tragfähigen, ebenen Untergrund sowie einen Transportweg, der bis zum Aufstellort reicht. Die Prüfung von Türbreiten, Treppen und Bodenbelastbarkeit gehört in die Auftragsklärung, bevor die Ware disponiert wird. Für die Wärmeabfuhr ist ein Freiraum um das Gerät einzuhalten, den der Hersteller im Handbuch angibt.
Bei der Hochvoltreihe ist zusätzlich der Berührungsschutz zu beachten: Ein Strang mit mehreren hundert Volt Gleichspannung ist auch dann gefährlich, wenn kein Wechselrichter angeschlossen ist. Arbeiten an solchen Systemen setzen entsprechende Qualifikation und einen sicheren Trennpunkt voraus.
Im Gewerbe: Lastspitzen und Netzanschlussleistung
Bei Gewerbeobjekten kommt zur Eigenverbrauchsoptimierung ein zweiter Hebel hinzu, der die Hochvoltsysteme interessant macht. Gewerbliche Stromtarife enthalten neben dem Arbeitspreis einen Leistungspreis, der sich an der höchsten im Abrechnungszeitraum gemessenen Viertelstundenleistung bemisst. Eine einzelne Lastspitze – der gleichzeitige Anlauf mehrerer Maschinen, ein Ladevorgang, ein Kühlaggregat – bestimmt damit einen Kostenblock für das ganze Jahr.
Ein Speicher kann diese Spitze kappen, indem er die Differenz zwischen tatsächlichem Bedarf und einer festgelegten Bezugsgrenze aus der Batterie deckt. Für diese Anwendung ist nicht die Kapazität die entscheidende Größe, sondern die Entladeleistung und die Reaktionszeit: Der Speicher muss die Spitze schnell und in voller Höhe abfangen, dafür aber nur wenige Minuten liefern. Ein Hochvoltsystem mit 25 bis 60 kWh bringt beides mit.
Der zweite Fall betrifft die Netzanschlussleistung. Wo eine Erweiterung des Hausanschlusses baulich aufwendig oder vom Netzbetreiber nicht kurzfristig darstellbar ist, kann ein Speicher die zusätzliche Leistung bereitstellen, ohne dass der Anschluss vergrößert wird – etwa für Ladeinfrastruktur, die nur zu bestimmten Zeiten gebraucht wird. Das ist eine Rechnung, die sich lohnt aufzumachen: Die Kosten einer Anschlusserweiterung übersteigen die eines Speichers in vielen Fällen deutlich.
Auswahl nach Objekt
- Einfamilienhaus, 5 bis 10 kWh – FLA48100UG1 oder LUX-E-48100LG04, bei Bedarf parallel erweitert
- Einfamilienhaus mit Wärmepumpe oder E-Auto, 11 bis 16 kWh – FLB 48230WG1-H, FLA48300-EU oder FLB48314TG1-H-EU als geschlossenes Standgerät
- Großes Wohnhaus, 20 kWh und mehr – FLA48460TG2-EU mit 23,5 kWh
- Gewerbe, Mehrfamilienhaus, Ladeinfrastruktur – Hochvoltsystem FLH48100UG2 von 25,6 bis 61,44 kWh
- Enger Technikraum – Stapelspeicher LUX-X, wächst in der Höhe statt in der Fläche
- Endgröße noch offen – erweiterbares System wählen und mit LUX-X-48100LMG01 nachrüsten
Vor der Bestellung zu klären: Der Wechselrichter gibt die Systemspannung vor. Prüfen Sie, ob das vorgesehene Gerät Nieder- oder Hochvolt führt und ob der Felicity-Speicher in seiner Kompatibilitätsliste steht – die Kommunikation zwischen Batteriemanagement und Wechselrichter läuft über CAN oder RS485 und ist herstellerspezifisch. Wir gleichen das auf Anfrage für Ihre Kombination ab.
Passendes aus unserem Programm
Hybridwechselrichter für Nieder- und Hochvoltbetrieb führen wir mit Deye, Module mit Jolywood und Gokin Solar. Steckerfertige AC-Speicher für Balkon- und Mini-PV-Anlagen – also den Fall, in dem kein Hybridwechselrichter gesetzt werden soll – finden Sie bei Anker SOLIX, Jackery und Marstek. Montagematerial und Steckverbinder stehen unter Montage und Zubehör, das gesamte Speicherprogramm unter Speicher.
Bestellung über den Fachhandel
Alle Preise verstehen sich netto zzgl. MwSt. und sind registrierten Gewerbekunden vorbehalten. Vorrätige Ware versenden wir taggleich – Paketsendungen bei Bestelleingang bis 15:00 Uhr, Speditionsware bis 10:00 Uhr – ab unserem Lager in Villingen-Schwenningen. Speicher gehen als Gefahrgut nach den Vorschriften für Lithiumbatterien und größere Einheiten als Speditionsware; die Verfügbarkeit steht an jedem Artikel. Bei Fragen zur Auslegung oder zu Projektmengen erreichen Sie uns unter +49 7721 94648-0.





















