Anker SOLIX – Speicher für Balkonkraftwerke und Solarnachrüstung
Anker SOLIX steht für steckerfertige Speichersysteme, die sich hinter eine bestehende oder neue Mini-PV-Anlage setzen lassen, ohne dass in die DC-Seite eingegriffen wird. Bei uns bekommen Sie die Solarbank-Reihe, die Erweiterungsakkus, Smart Meter und Zubehör als Fachhandelsware zu Nettopreisen. Für Elektro- und Solarbetriebe ist das die Produktgruppe, mit der sich eine bereits installierte Anlage nachträglich speicherfähig machen lässt – ein Auftrag, der ohne Netzanschlussänderung auskommt. Die Artikelliste mit Preisen und Verfügbarkeit steht unterhalb dieses Textes.
Vom Laptop-Akku zum Heimspeicher
Anker Innovations wurde im September 2011 von Steven Yang in Shenzhen gegründet. Yang war zuvor Softwareentwickler bei Google in Santa Clara und startete das Unternehmen mit Ersatzakkus für Notebooks – ein Produkt, bei dem Zellqualität, Ladeelektronik und Sicherheitsabschaltung über die Reputation entscheiden. Aus dieser Basis wuchs schnell ein Programm aus Powerbanks, Ladegeräten und mobiler Stromversorgung.
Heute sitzt das Unternehmen in Changsha in der Provinz Hunan, unterhält über 30 Standorte weltweit und betreibt neben Anker mehrere eigenständige Marken: Soundcore für Audio, eufy für Smart Home und Sicherheit, Nebula für Projektoren. Seit dem 24. August 2020 ist Anker Innovations an der Börse Shenzhen notiert (300866.SZ), nach eigenen Angaben werden über 100 Millionen Kunden in mehr als 100 Ländern bedient.
Anker SOLIX ist die Marke für Energiespeicherung, die Solarbank-Reihe kam 2023 auf den deutschen Markt. Der Zeitpunkt war günstig gewählt: Der Markt für Balkonkraftwerksspeicher wuchs allein 2024 nach einer Marktstudie von EUPD Research auf rund 222.000 installierte Einheiten in Deutschland – ein Plus von 97 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Anker SOLIX führt diesen Markt nach einer im Februar 2025 abgeschlossenen Erhebung der Einzelhandelsumsätze des Jahres 2024 weltweit an. Die Solarbank 3 E2700 Pro wurde 2026 von Stiftung Warentest, dem F.A.Z.-Kaufkompass und der Fachpresse als Testsieger im Speichersegment geführt.
AC-gekoppelt: warum das die Nachrüstung einfach macht
Der entscheidende technische Punkt der Solarbank-Reihe ist die Kopplungsart. Ein DC-gekoppelter Speicher sitzt zwischen Modul und Wechselrichter und verlangt einen Hybridwechselrichter – bei einer Bestandsanlage bedeutet das den Austausch des vorhandenen Geräts. Ein AC-gekoppelter Speicher setzt hinter dem Wechselrichter an: Er nimmt Wechselstrom auf, speichert ihn und gibt ihn bei Bedarf wieder ab.
Für den Fachbetrieb heißt das: Die vorhandene Anlage bleibt unangetastet, es gibt keine Neuanmeldung eines geänderten Wechselrichters, und die Arbeit beschränkt sich auf Aufstellen, Anschließen und Inbetriebnahme über die App. Die Solarbank-Modelle mit AC-Eingang decken genau diesen Fall ab; die Modelle mit integriertem Mikrowechselrichter sind dagegen für die Neuanlage gedacht, bei der Speicher und Wandlung zusammen geplant werden.
Die Regelung arbeitet verbrauchsgeführt: Zuerst wird der Überschuss aus der PV-Erzeugung eingespeichert, bei steigendem Hausverbrauch gibt der Speicher wieder ab. Voraussetzung dafür ist eine Messung am Netzübergabepunkt – dafür ist der Smart Meter zuständig, ohne ihn arbeitet das System nur nach starren Vorgaben statt nach tatsächlichem Bedarf.
Das Sortiment: vier Generationen Solarbank
| Modell | Kapazität | Kopplung | Erweiterungsakku |
|---|---|---|---|
| Solarbank E1600 | 1,6 kWh | DC, auch als Set mit Mikrowechselrichter | – |
| Solarbank 2 E1600 Pro | 1,6 kWh | mit integriertem Mikrowechselrichter | BP1600 |
| Solarbank 2 E1600 AC | 1,6 kWh | AC-gekoppelt, für Nachrüstung | BP1600 |
| Solarbank 3 E2700 Pro | 2,7 kWh | mit integriertem Mikrowechselrichter | BP2700 |
| Solarbank 4 E5000 Pro | 5 kWh | Systemspeicher | BP5000 |
| Solarbank Max AC E7000 | 7 kWh | AC-gekoppelt, All-in-One | BP7000 |
Alle Baureihen sind über Erweiterungsakkus stapelbar. Das ist der Grund, weshalb sich die Reihe für den Fachbetrieb gut planen lässt: Der Kunde beginnt mit dem Basisgerät, und wenn sich Verbrauch oder Anlagengröße ändern, kommt ein Modul dazu, ohne dass das System getauscht wird. Für die Solarbank 3 und die Max AC führen wir zusätzlich vorkonfigurierte Sets, bei denen Basisgerät, Smart Meter und Erweiterungsspeicher zusammen kommissioniert sind.
Beim Zubehör sind drei Artikel im Alltag entscheidend. Der SOLIX Smart Meter – inzwischen in der zweiten Generation – misst dreiphasig am Übergabepunkt und liefert dem Speicher die Information, die er für die verbrauchsgeführte Abgabe braucht. Der Smart Plug ergänzt das um die Steuerung einzelner Verbraucher. Der Power Dock und das AC-Kabel mit Wieland-Stecker decken die Anschlussseite ab; der Wieland-Stecker ist die in Deutschland verbreitete Energiesteckvorrichtung für den festen Anschluss von Steckersolargeräten.
Über den Solarbereich hinaus führen wir das Anker V1 Ladegerät mit 11 kW in der Kabelvariante – die Wallbox-Ergänzung für Kunden, bei denen nach der PV-Installation das Elektroauto folgt und der Überschuss sinnvoll verwendet werden soll.
Was ein Speicher am Balkonkraftwerk tatsächlich bringt
Eine Mini-PV-Anlage ohne Speicher erzeugt genau dann am meisten, wenn im Haushalt am wenigsten verbraucht wird – mittags, wenn niemand da ist. Der Überschuss geht unvergütet ins Netz. Der typische Eigenverbrauchsanteil einer Balkonanlage ohne Speicher liegt deshalb bei etwa 30 bis 40 %, je nach Grundlast des Haushalts.
Ein Speicher verschiebt die Erzeugung in die Abendstunden und hebt diesen Anteil deutlich an. Der Nutzen ist allerdings nicht beliebig skalierbar: Er endet dort, wo die Anlage nicht mehr genug erzeugt, um den Speicher zu füllen. Eine 800-Wp-Anlage bringt an einem guten Sommertag rund 4 bis 5 kWh – ein 5-kWh-Speicher wird davon selten voll, ein 1,6-kWh-Speicher dagegen täglich einmal durchgefahren. Genau das ist die Rechnung, die zählt: Ein Speicher amortisiert sich über die Zahl der Vollzyklen, die er tatsächlich fährt, nicht über seine Nennkapazität.
Im Winterhalbjahr kehrt sich das Bild um. Bei 1 bis 2 kWh Tagesertrag arbeitet auch ein kleiner Speicher nur noch teilweise. Für die Kalkulation ist deshalb das Sommerhalbjahr maßgeblich, und die Faustregel lautet: Die nutzbare Kapazität sollte ungefähr dem entsprechen, was die Anlage an einem durchschnittlichen Sommertag über den Eigenverbrauch hinaus erzeugt.
Kapazität zum Verbrauchsprofil
Neben der Erzeugung entscheidet das Verbrauchsprofil über die sinnvolle Größe. Drei Fälle lassen sich klar trennen.
- Haushalt mit niedriger Grundlast, tagsüber leer – Kühlschrank, Router, Standby ergeben rund 150 bis 250 W Dauerlast. Über zwölf Nachtstunden sind das 2 bis 3 kWh. Solarbank 2 oder Solarbank 3 decken das ab
- Haushalt mit Homeoffice oder Kleinkindern – höhere Tagesgrundlast, dadurch besserer Direktverbrauch und geringerer Speicherbedarf; die Anlage sollte hier eher größer, der Speicher eher kleiner ausfallen
- Haushalt mit Wärmepumpe oder Elektroauto – der Abendverbrauch steigt deutlich. Solarbank 4 E5000 Pro mit Erweiterungsakku, dazu entsprechend mehr Modulleistung
Die Erweiterbarkeit über die BP-Akkus nimmt dieser Entscheidung die Endgültigkeit: Wenn sich das Profil des Kunden ändert – Auto, Wärmepumpe, Homeoffice fällt weg –, kommt ein Modul dazu, statt dass das System getauscht wird.
Anschluss: Schuko oder Wieland
Für die Einspeisung eines Steckersolargeräts gibt es zwei Wege, und der Unterschied betrifft die Ausführung, nicht die Funktion. Der Schukostecker ist inzwischen ausdrücklich zulässig und die verbreitete Lösung bei Mietwohnungen und Bestandsanlagen. Die Energiesteckvorrichtung nach Wieland ist eine spezielle Einspeisesteckdose, die berührungssicher ausgeführt ist und von einer Elektrofachkraft fest installiert wird. Sie wird von manchen Netzbetreibern und Vermietern weiterhin verlangt und ist bei fest montierten Anlagen die sauberere Ausführung.
Wir führen dafür das SOLIX AC-Kabel mit Wieland-Stecker. Bei der Angebotserstellung lohnt es, den gewünschten Anschluss vorab zu klären – die Nachrüstung einer Einspeisesteckdose ist ein eigener Auftragsposten und braucht einen Termin mit Zugang zur Verteilung.
Dynamische Tarife und Netzladung
Ein Teil der Solarbank-Reihe kann nicht nur PV-Überschuss, sondern auch Netzstrom aufnehmen. Das eröffnet einen zweiten Nutzen neben dem Eigenverbrauch: In Verbindung mit einem dynamischen Stromtarif, der stündlich dem Börsenpreis folgt, lässt sich der Speicher in den günstigen Stunden füllen und in den teuren entladen. In den Wintermonaten, in denen die Anlage wenig liefert, ist das der einzige Weg, den Speicher überhaupt sinnvoll zu beschäftigen.
Drei Punkte gehören dabei in die Auftragsklärung. Erstens braucht der Kunde einen entsprechenden Tarif und in aller Regel ein intelligentes Messsystem – ohne viertelstundengenaue Abrechnung bringt zeitvariables Laden nichts. Zweitens ist die Preisspreizung über den Tag der begrenzende Faktor: Sie muss die Rundlaufverluste des Speichers und die Abgabenbestandteile übersteigen, damit sich die Sache trägt. Drittens kann Netzladung bei geförderten Anlagen Auswirkungen auf die Einspeisevergütung haben, weil sich Solarstrom und Netzstrom im Speicher vermischen. Die gewählte Betriebsart gehört deshalb in die Inbetriebnahmedokumentation.
Für die Angebotserstellung heißt das: Netzladung ist ein Merkmal, das man benennen und einordnen sollte, statt es als Selbstverständlichkeit mitlaufen zu lassen. Bei Kunden mit klassischem Festpreistarif bringt es nichts, bei Kunden mit dynamischem Tarif kann es den Ausschlag für die größere Speichervariante geben.
Aufstellung, Temperatur und Sicherheit
Die Solarbank-Geräte sind für den Außenbereich ausgelegt und tragen eine entsprechende Schutzart. Für die Aufstellung gelten trotzdem drei praktische Punkte. Erstens sollte das Gerät nicht in der prallen Sonne stehen – Batterien altern schneller bei hohen Temperaturen, und ein schattiger Platz an der Nordseite oder unter dem Balkon verlängert die Lebensdauer messbar. Zweitens braucht die Elektronik Luft; ein bündig in eine Nische eingebautes Gerät staut Wärme. Drittens ist beim Winterbetrieb das Laden bei Minusgraden zu beachten: Lithiumzellen nehmen unterhalb des Gefrierpunkts nur eingeschränkt Ladung auf, weshalb der Aufstellort möglichst frostgeschützt gewählt wird.
Für Transport und Lagerung gilt Gefahrgutrecht: Lithiumbatterien sind entsprechend gekennzeichnet und verpackt. Wir versenden sie nach den einschlägigen Vorschriften; für die Zwischenlagerung im eigenen Betrieb sind Brandschutzvorgaben und die Versicherungsbedingungen maßgeblich.
Auswahl nach Ausgangslage
- Bestehende Mini-PV-Anlage nachrüsten – Solarbank 2 E1600 AC oder Solarbank Max AC; kein Eingriff in die vorhandene DC-Seite
- Neue Balkonanlage mit Speicher – Solarbank 2 E1600 Pro oder Solarbank 3 E2700 Pro mit integriertem Mikrowechselrichter
- Höherer Eigenverbrauch, Wärmepumpe oder E-Auto – Solarbank 4 E5000 Pro, bei Bedarf mit BP5000 erweitert
- Verbrauchsgeführte Regelung – Smart Meter Gen 2 ist Voraussetzung, nicht Zubehör
- Fester Anschluss statt Schukostecker – AC-Kabel mit Wieland-Stecker
- Ladepunkt ergänzen – V1 Ladegerät 11 kW in der Kabelvariante
Übergabe an den Kunden
Bei steckerfertigen Speichern verlagert sich ein Teil der Arbeit von der Installation auf die Einrichtung. Die App verbindet Speicher, Smart Meter und gegebenenfalls Smart Plug zu einem System; die Grundeinstellungen – Ladefenster, Entladegrenze, Einspeiseleistung – werden dort festgelegt. Sinnvoll ist, das beim Termin vor Ort abzuschließen und dem Kunden die drei Werte zu zeigen, die er im Alltag braucht: aktueller Ladezustand, Tageserzeugung und Hausverbrauch.
Zwei Dinge lohnen die Nachkontrolle nach einigen Wochen. Erstens zeigt der Verlauf, ob die Kapazität zum tatsächlichen Verbrauchsprofil passt – wird der Speicher regelmäßig voll und leer, stimmt die Größe; bleibt er dauerhaft halb gefüllt, war er zu groß oder die Anlage zu klein. Zweitens gehört die Entladegrenze geprüft: Eine zu tief gesetzte Grenze holt kurzfristig mehr heraus, kostet aber Lebensdauer, eine zu hoch gesetzte verschenkt nutzbare Kapazität. Die Werkseinstellung ist in aller Regel ein sinnvoller Kompromiss und sollte nur mit Grund verändert werden.
Für die Dokumentation gehören der Eintrag im Marktstammdatenregister, die Seriennummern der Geräte und die gewählte Betriebsart in die Übergabemappe. Bei einer späteren Erweiterung um einen BP-Akku ist das die Grundlage, auf der sich der Aufbau ohne erneute Bestandsaufnahme ergänzen lässt.
Fertige Sets aus unserem Haus
Wir kombinieren Anker-Speicher in eigenen Zusammenstellungen mit bifazialen Jolywood-Modulen zu Balkonkraftwerk- und Mini-PV-Sets von 1.000 bis 6.000 Wp – von zwei Modulen mit Solarbank 2 bis zu zwölf Modulen mit Solarbank 4 E5000 Pro. Wechselrichter von APsystems und Deye, Modulhalterungen und Steckverbinder finden Sie unter Montage und Zubehör.
Bestellung über den Fachhandel
Alle Preise verstehen sich netto zzgl. MwSt. und sind registrierten Gewerbekunden vorbehalten. Vorrätige Ware versenden wir taggleich – Paketsendungen bei Bestelleingang bis 15:00 Uhr, Speditionsware bis 10:00 Uhr – ab unserem Lager in Villingen-Schwenningen. Speicher gehen als Gefahrgut nach den Vorschriften für Lithiumbatterien; die Verfügbarkeit steht an jedem Artikel. Bei Fragen zur Auslegung oder zu Projektmengen erreichen Sie uns unter +49 7721 94648-0.


















